Die Lutherdekade 2010 bis 2017
Die 2008 eröffnete deutschlandweite Lutherdekade (2008-2017) gliedert den Weg zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg in verschiedene Etappen wie "Reformation und Musik" (2012) oder "Reformation, Bild und Bibel" (2015).
Die Wirkung der Reformation auf Nordhausen

"Ich weiß keine Stadt am Harze oder sonst, welche sich dem Evangelio so bald unterworfen als die Stadt Nordhausen, dass wird sie vor Gott und allen anderen in jenem Leben Ehre haben."
Mit diesen Worten äußert sich Martin Luther lobend über den frühen Beginn der Reformation in Nordhausen. Seine erste Berührung mit unserer Stadt hat er am 30. Mai 1516. Eine Visitationsreise führt ihn über Gotha und Langensalza hierher. Er schreibt von Langensalza aus: "Und morgen werden wir mit Gottes Gnade nach Nordhausen gehen."

Ein zweiter Berührungspunkt ergibt sich ein Jahr später. Der Nordhäuser Theologe Franz Günther verteidigt die 95 Thesen Luthers gegen die scholastische Theologie. Damit stehe ein Nordhäuser Bürger bereits in der Frühzeit der Reformation Luther zur Seite. Das Jahr 1522 bildet durch die reformatorischen Predigten des Nordhäuser Pfarrers Lorenz Süße und Thomas Müntzer, durch Unruhen und Tumulte einen ersten Höhepunkt der reformatorischen Bewegung in Nordhausen. Es ist auch möglich, dass Martin Luther in diesem Jahr eine erste Predigt in unserer Stadt gehalten hat.

In der zweiten Aprilhälfte 1525 unternimmt Luther eine "Agitationsreise" durch das mansfeldische und thüringische Land. Am 22. April erreicht er Nordhausen, kehrt bei dem Oberstadtschreiber Michael Meyenburg ein und predigt in einer der Kirchen der Stadt. Gewisse Leute aber verhöhnen ihn, indem sie, wie es heißt, mit Schellen rasselten.
In seinen "Tischreden" nennt Luther später Nordhausen und einige andere Reichsstädte als im Begriff stehend, den Papst zu behandeln wie früher Gott, "auch wenn einige von ihnen" - das mag sich auf Nordhausen beziehen - "den Lauf des Evangeliums nicht behindern". Als 1530 der Schmalkaldische Bund, ein Defensivbündnis der evangelischen Reichsstädte, gegründet wird, bleibt Nordhausen abseits. Luthers Groll gegen die Stadt und seinen Jugendfreund Michael Meyenburg dürfte sich weiter verstärkt haben.
Luther bleibt aber auch in dieser Zeit Nordhausen verbunden. Das zeigen Briefe, die er u.a. an den Stadthauptmann Johann von Stockhausen und seine Gattin sendet.
Als Martin Luther am 18. Februar 1546 in Eisleben stirbt, hat sich die Reformation in Nordhausen vollends durchgesetzt.
Themen zur Lutherdekade 2010 bis 2017
Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation werden gemeinsam von der Stadt Nordhausen und dem evangelischen Kirchenkreis Südharz bis zum Jahr 2017 folgende Schwerpunkte gesetzt:
Der Lutherweg in Nordhausen
Der Verlauf des Weges nimmt Bezug auf wichtige Zeugnisse der Reformation in Nordhausen. Eröffnet wird er am 10. November 2010.
Reformation und Bildung
"Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert" mit diesem Slogan hatte vor 500 Jahren Martin Luther den politisch Verantwortlichen ins Gewissen geredet. 2011 und 2012 wird dieses Thema Schwerpunkt sein.
Fürsorge für Schwache in Luthers Namen
Zunächst als Schüler, dann als Novize und Priester eines Bettelordens hat Luther "die Schmach der Armut und des Bettelns" selbst kennen gelernt. Daraus entwickelte sich seine soziale Handlungsethik. Zudem kam es in Folge der Reformation in Deutschland und Europa zu Verfolgungen und Vertreibungen von Menschen anderer Konfession. Tausende mussten aufgrund ihres Glaubens aus ihrer Heimat flüchten und fanden in anderen Ländern Asyl.
2013 und 2014 wird es zu diesem Thema Veranstaltungen geben.
Pflanzen und Kräuter zur Lutherzeit
Die Lutherrose ist das Symbol der lutherischen Kirche. Sie war auf dem Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seine Briefwechsel verwendete. 2015, zum Weltrosenkongress in Sangerhausen, wird eine Lutherrose im Rosengarten gepflanzt.
Musik der Lutherzeit
und andere Konzert werden die gesamte Lutherdekade begleiten. Jährlich wird es einen musikalischen Höhepunkt geben.
Jährlich am 31. Oktober wird ein besonderer Festgottesdienst zur Reformation gefeiert.







